pH-Wert – Definition, Nutzen, Böden weltweit

pH-Wert – Definition

Der pH-Wert ist die „Maßzahl für die Wasserstoffionenkonzentration (Aktivität) in der Bodenlösung. Der pH-Wert ist der negative dekadische Logarithmus der H3O+-Ionen-Konzentration“ (Stahr et. al. 2016, S. 55)

Warum ist der pH-Wert wichtig?

Mit dem pH-Wert kann man grundsätzlich feststellen, wie sauer oder basisch (alkalisch) ein Boden ist. Ein pH-Wert von 0 bedeutet sehr sauer, 14 meint sehr alkalisch.

Betrachtet man die pflanzenverfügbaren Vorräte von Nährstoffen, gibt der pH-Wert Informationen in zweierlei Hinsicht:

  • Ist ein Nährstoff potentiell verfügbar?
    Das ist abhängig vom aktuellen Puffersystem im Boden: So nimmt die potentielle Verfügbarkeit von Kalium und vielen Spurenelementen mit einem abnehmenden pH-Wert zu, da dann mehr silikatische Minerale, in denen diese Elemente gespeichert sind, aufgelöst werden.
  • Wie ist die aktuelle Verfügbarkeit an Ca, Mg und K?
    
Zwischen pH-Wert und Basensättigung besteht ein Zusammenhang: je mehr basische Kationen Ca2+, Mg2+ und K+ an den Austauschern haften, desto höher ist der pH-Wert

Ist der Boden leicht sauer (pH-Wert von ca. 5,5 – 6,5), ist er für die Landwirtschaft am besten nutzbar. In diesem pH-Bereich sind die meisten Pflanzennährstoffe (v.a. Phosphor) gut verfügbar. Liegt der Wert unter 4,5 kann man mit pflanzenphysiologischen Störungen und Toxizitäten (Al, Mn) rechnen.

Man misst den pH-Wert indem man den Boden mit Wasser vermischt und ein pH-Messtäbchen für wenige Minuten hineingibt. Anschließend liest man den Wert anhand einer Farbskala ab.

pH-Wert – Weltweit

Die Karte der University of Madison – Wisconsin zeigt den pH-Wert von Böden weltweit:

Quelle: nelson.wisc.edu

In der Borealen Zone dominieren saure Böden, da sich der dominierende Podsol aus sauren Gesteinen entwickelt. Hinzu kommt die ebenfalls saure, schwer abbaubare Nadelauflage. Alkalische Böden finden wir in insbesondere in den Trockenen Mittelbreiten. Dies geht u.a. zurück auf aufsteigende Wasserbewegungen, welche für eine Anreicherung von Calciumcarbonat sowie anderen leicht löslichen Salzen im Bodenprofil führen. Das nennt man pedocale Bodenentwicklung. Der pH-Wert des Bodens hängt also direkt mit dem Kalkgehalt zusammen.

Quellen

Herrmann, Ludger (2018): Bodenkunde Xpress. Stuttgart. 
Stahr, K., Kandeler, E., Herrmann, L., Streck, T. (2016): Bodenkunde und Standortlehre. 3. Auflage. Stuttgart.