Bei Rutschungen bewegt sich das Material ohne Veränderung der inneren Lagerungsverhältnisse hangabwärts. Sie vollzieht sich auf einer Gleitfläche, welche häufig aus wasserundurchlässigen Tonen besteht. Nach Wassersättigung wird die Scherspannung weit herabgesetzt. Dadurch reißt der Kontakt zwischen den Rutschmassen und dem unterlagerten Material ab.
Man differenziert nach dem Bewegungsprozess in Translations– und Rotationsrutschungen.
Inhalte
Translations- und Rotationsrutschungen
Translationsrutschungen sind im engeren Sinne Gleitungen. Sie laufen parallel zur Erdoberfläche. Bei der Entstehung wichtig sind präformierte Gleitbahnen im Untergrund.
Rotationsrutschungen wiederum sind Rutschungen, bei denen keine Gleitflläche vorgegeben ist. Sie vollziehen sich im homogenen Material und bilden konkav gekrümmte, zylindrische Gleitflächen. Die Rutschung erfolgt hier in einer hangparallelen Rotation gegen den Hang. Rotationsrutschungen treten oft im Schichtstufenland auf, wenn eine weite plastisch verfombare Schicht (Tonstein) eine feste Gesteinsschicht (Kalkstein) umlagert.
Bergrutschungen und Slumps
Der Bergrutsch unterscheidet sich vom Bergsturz insofern, als dass hier die Bewegungsgeschwindigkeit wesentlich niedriger ist. Slumps bzw. Rotationsrutschungen bezeichnen Massenbewegungen in weichen, plastisch verformbaren Gesteinen.
Quellen
Zepp, H. (2008): Geomorphologie: Grundriss Allgemeine Geographie. 4. Aufl., Stuttgart.