Human Development Index (HDI) – Definition und Praxis

Human Development Index (HDI) – Definition

Der Human Development Index (HDI) ist ein von den United Nations entwickelter Ansatz zum Entwicklungsstand von Nationen. Er wird seit 1990 publiziert und ist mittlerweile ein weltweit weitgehend akzeptiertes und verbreitetes Maß des Entwicklungsstandes geworden.

Er berücksichtigt drei grundlegende Komponenten menschlicher Entwicklung:

  • Lebenserwartung
    •  wie hoch ist die Lebenserwartung bei Geburt?
  • Bildung 
    •  wie hoch ist die durchschnittliche Schulbesuchsdauer?
    • wie hoch ist die voraussichtliche Schulbesuchsdauer?
  • Einkommen
    • wie hoch ist das Bruttonationaleinkommen pro Kopf?

Danach werden Einordnungen vorgenommen in:

  1. Sehr hohe menschliche Entwicklung
  2. hohe menschliche Entwicklung
  3. mittlere menschliche Entwicklung
  4. niedrige Menschliche Entwicklung

Der HDI in der Praxis

2016 wurden 188 Länder untersucht. Sie verteilten sich auf die Gruppen so:

  1. Sehr hohe menschliche Entwicklung: 51 Nationen (z.B. Norwegen 🇳🇴 , Deutschland 🇩🇪 , Saudi-Arabien 🇸🇦 , Rumänien 🇷🇴 )
  2. hohe menschliche Entwicklung: 55 Nationen (z.B. Oman 🇴🇲 , Costa Rica 🇨🇷 , Brasilien 🇧🇷 , China 🇨🇳 )
  3. mittlere menschliche Entwicklung: 41 Nationen (z.B. Ägypten 🇪🇬 , Südafrika 🇿🇦 , Bangladesch 🇧🇩 , Indien 🇮🇳 )
  4. niedrige Menschliche Entwicklung: 41 Nationen (z.B. Syrien 🇸🇾 , Uganda 🇺🇬 , Afghanistan 🇦🇫 , Niger 🇳🇪 )

Das am höchsten entwickelte Land der Erde ist demnach Norwegen 🇳🇴 (HDI 2015 bei 0,949), das am niedrigsten entwickelte ist die Zentralafrikanische Republik 🇨🇫 mit einem HDI von 0,352. Deutschland 🇩🇪  liegt auf Platz vier (0,926). Sieben Staaten werden nicht erfasst (z.B. Nordkorea 🇰🇵, Somalia 🇸🇴, Tuvalu 🇹🇻 ).

Nach Regionen sind Europa und Zentralasien mit einem HDI von 0,756 am weitesten entwickelt. Am geringsten ist das Afrika südl. der Sahara entwickelt (0,523). Der weltweite Durchschnitt liegt bei 0,717

Quellen

http://hdr.undp.org/sites/default/files/HDR2016_EN_Overview_Web.pdf
Jürgen Bähr (2010): Bevölkerungsgeographie. 5. Auflage, Heidelberg. 

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