Kationenaustauschkapazität (KAK) – Definition, Unterscheidung, Aussagekraft

Kationenaustauschkapazität – Definition

Die Kationenaustauschkapazität (KAK) „stellt die Summe der austauschbaren Kationen eines Bodens, angegeben in Millimol pro Kilogramm dar“ (Stahr et. al. 2016, S. 60)

Potenzielle und effektive KAK

Potenzielle KAK

Die potenzielle Kationenaustauschkapazität (KAKpot) misst man bei pH-Werten zwischen 7,5 und 8,2. Sie gibt die maximale Austauschkapazität an, die in natürlichen Boden erwartet wird.

Effektive KAK

Die potenzielle Kationenaustauschkapazität (KAKeff) stellt die KAK beim jeweiligen pH-Wert des Bodens dar. In Böden mit einen pH-Wert von über 7 sind (KAKpot) und KAKeff daher identisch. In sauren Böden ist die effektive KAK dahingegen kleiner als die potenzielle KAK.

Was sagt die KAK aus?

Bei der Kationenaustauschkapazität handelt es sich um eine Potentialgröße. Je höher die KAK eines Bodens, desto größer ist seine Möglichkeit, Nährstoffkationen zu binden. Je höher die Werte also, desto besser, da die potenzielle Menge an den pflanzenverfügbaren Nährstoffen Calcium, Magnesium und Kalium steigt.

Schwarzerde auf Löss (fruchtbarster Boden) weist eine effektive KAK von 180 mmolc/kg auf. Bei Parabraunerde auf Löss liegt die KAKeff beispielsweise bei 140 (Quelle). Unter den Tonmineralen ist die KAK bei Vermiculit (Dreischicht-Tonmineral) mit 150 – 200 am höchsten (Glawion et. al. 2009)

Die KAK steigt in folgender Reihenfolge an:

Sand < Schluff < Ton < Huminstoffe.

Quellen

Glawion, R., Glaser, R., Saurer, H., Gaede, M., Weiler, M. (2009): Physische Geographie. 2. Auflage. Seite 357 – 400. Braunschweig.

Stahr, K., Kandeler, E., Herrmann, L., Streck, T. (2016): Bodenkunde und Standortlehre. 3. Auflage. Stuttgart.

http://nachgeschlaut.de/wissenschaft-technik/17-die-kationenaustauschkapazität-kak

Herrmann, Ludger (2018): Bodenkunde Xpress. Stuttgart.