Bewegung als flüssiges Wasser

Auf flüssiges Wasser wirken die senkrecht nach unten gerichtete Schwerkraft und in allen Richtungen wirksame Kräfte, die sich aus den Unterschieden der Bodensaugspannung in trockenen und feuchten Bodenzonen ergeben. Je nach Vorherrschen dieser Kräfte fällt diese Bewegung als Sickerwasser oder als Haftwasser (vorherrschend Bodensaugkräfte) aus.

Wenn trockenem Boden Wasser durch Niederschläge oder Beregnung zugeführt wird, erfolgt zunächst eine Absättigung der Feldkapazität in den obersten Bodenzonen. Bei Überschreitung der FK und ausreichendem Wassernachschub rückt die Befeuchtungsfront in größere Tiefe vor.
Die Befeuchtungsfront ist selten geschlossen, sondern durch größere Leitbahnen (Wurzelröhren, Tiergänge, Schrumpfrisse und –spalten) gestört, in den Wasser rasch versickern kann, bevor die FK des Bodens wieder voll aufgefüllt ist.

Der Wasseraufstieg vom Grund- oder Stauwasserspiegel gegen die Schwerkraft wird als Kapillarer Aufstieg bezeichnet. Er ist bedingt durch die Saugspannungsdifferenzen zwischen spannungsfreiem Grund- und Stauwasser (Wasserspannung = 0) und höheren Saugspannungen der darüber liegenden, nicht wassergesättigten Bodenzonen.    .

Infiltration bezeichnet das Eindringen des Wassers in Boden, wohingegen Perkolation für das Versickern des Wassers bis zum Grund- oder Stauwasser steht.

Unter Permeabilität versteht man die Wasserdurchlässigkeit oder –leitfähigkeit. Sie wird gekennzeichnet durch den Permeabilitäts- oder Leitfähigkeitskoeffizienten K. Dieser ist definiert als die Geschwindigkeit der Wasserbewegung beim Potentialgefälle = 1.

Bei voller Wassersättigung, also Füllung aller Poren, ist die Permeabilität von Menge, Größenverteilung und Kontinuität der Poren und damit von Körnung und Gefüge des Bodens abhängig. Je mehr große Poren mit guter Kontinuität, desto besser ist die Permeabilität. Der Richtwert für mittlere Permeabilität eines Lehmbodens mit gutem Gefüge beträgt etwa 2 cm/h. Mit abnehmendem Wassergehalt sinkt die Permeabilität jedoch schnell, da die Wasserbewegung auf immer kleiner Poren, zuletzt auf Adsorptionswasserfilme beschränkt wird.

Quelle

Schroeder, D. (1992): Bodenkunde in Stichworten. 5. Aufl., Stuttgart.

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