Das Mittelmeerklima – Thermisches Klima

Mittlere Temperaturen

Die planetarische und die maritime Lage drücken sich in den Jahresmitteln der Temperatur verschiedener Wetterstationen im Mittelmeerraum wie Barcelona, Marseille, Rom oder Athen unmittelbar aus, denn die Werte nehmen im allgemeinen äquator- und kontinentwärts zu. Jedoch lässt sich ein verhältnismäßig breiter Spielraum beobachten, der zum Beispiel bei den Jahresmitteln von 14,2°C (Marseille) bis knapp 20°C (Tel Aviv) reicht.

Klimadiagramm von Marseille
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Klimadiagramm von Tel Aviv
https://de.climate-data.org/

Grund hierfür ist unter anderem die unterschiedliche Breitenlage von 43° N (Marseille) gegenüber 32° N (Tel Aviv). Die zu erwartenden Temperaturunterschiede werden allerdings durch das warme Mittelmeer abgeschwächt, welches hier durch die Verfrachtung von warmen Wassermassen gegen den Uhrzeigersinn nach Norden ausgleichend wirkt.

Temperaturmaxima

Wärmster Monat ist meist der Juli, an der äquatorialen Grenze kann er sich auch nach August verlagern. Die Temperaturen verbleiben hier über 22°C. Der kälteste Monat ist fast überall der Januar. Hier unterschreiten die Temperaturen jedoch auch nicht 5°C.

Europa – Temperaturen im Januar
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Europa – Temperaturen im Juli
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Temperaturmaxima von 35 bis 40°C sind keine Seltenheit bei wolkenlosem Himmel. Mit einer Sonnenscheindauer von mehr als 2500 h/Jahr gelten die mediterranen Subtropen neben den heißen Wüsten und Steppen als sonnenreichste Region auf der Welt.

Calina

Geringe Bewölkung und eine große Sichtweite sind charakteristisch für den Mittelmeerraum. Jedoch liegt über Italien, Zentralspanien und Griechenland eine Art getrockneter Hitzenebel, genannt „Calina“. Hierbei handelt es sich um einen aus feinstem Staub gebildeten Dunst, der auf die hochgradige Erhitzung und Austrocknung des Bodens zurückgeht. Bei fehlender horizontaler Luftzirkulation reißt die aufsteigende Luft Staubteilchen in die Höhe. Mit zunehmender Hitze wird der Dunst nun dichter und erreicht sein Maximum im August. Ergiebiger Herbstregen lässt die „Calina“ wieder verschwinden (Rother 1984, S. 34).

Quellen

Rother, K.(1984): Mediterrane Subtropen. Braunschweig.

Schultz, J.(2008): Die Ökozonen der Erde. 4. Aufl., Stuttgart.

Walter, H. & Breckle, S.(1999): Vegetation und Klimazonen. 7. Aufl., Stuttgart.