Zone IV: Alpenvorland

Der Raum zwischen dem Nordrand der Alpen, dem Südrand von Schweizer Jura und der Schwäbisch-Fränkischen Alb sowie der Böhmischen Masse wird als Alpenvorland bezeichnet.(Baumhauer et. al. 2017, S. 168)

Alpenvorland.jpg
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Das Alpenvorland nimmt seit dem Alttertiär die sog. Molasse auf, womit der Abtragungsschutt der Alpen gemeint ist. Die Mächtigkeit der Molassesedimente nimmt dabei von Süden nach Norden hin ab. In der Nähe des Alpenrandes ist sie mehr als 5.000 Meter mächtig.

Alpenvorland bei Bad Tölz
Bildquelle: geohilfe.de 2019

Im Quartär wurden schließlich weiträumig Moränen und der Schotter der alpinen Vergletscherung abgelagert. Wie bei der Norddeutschen Tiefebene lässt sich auch eine in Altmoränen und Jungmoränenlandschaft differenzieren.

Für die pleistozänen Kaltzeiten werden fünf eigenständige Gletscher genannt:

  • Rhein-Gletscher
  • Iller-Lech-Gletscher
  • Isar-Loisach-Gletscher
  • Inn-Chiemsee-Gletscher
  • Salzach-Gletscher

In den Zungenbecken dieser Gletscher wurde das Molassematerial glazial ausgeschürft, was schließlich zur Bildung von zahlreichen Seen (z.B. der Ammersee) und Sümpfen führte. Die Zungenbecken werden von Endmoränenwällen begrenzt. An bestimmten Stellen unterbrach das Schmelzwasser der Gletscher die Endmoränen und schüttete die vorgelagerten Schotterebeben auf.

pilsensee-zungenbeckensee
Beim Pilsensee im Süden Münchens handelt es sich um einen Zungenbeckensee
Bildquelle: geohilfe.de 2019

An den Schmelzwässerflüssen entwickelten sich aufgrund des pleistozänen Klimawechsels Schotterterassen-Treppen mit Akkumulation im Hochglazial und Erosion im Spät- und Interglazial. Man unterscheidet vier Akkumulationsterassen, die jeweils einem Hochglazial zugeordnet sind: Günz-, Mindel-, Riss und Würmeiszeit (alt nach jung). Die Entwässerung erfolgt dann schließlich über die Donau.

Im periglazialen Formungsbereich außerhalb der würmzeitlichen Vereisung, den Altmoränen und den Schotterflächen kommt es zu frostdynamischen Prozessen und äolischen Transport- und Akkumulationsvorgängen.

Quellen

Roland Baumhauer, Brigitta Schütt, Steffen Möller, Christof Kneisel, Elisabeth Tressel (2017): Einführung in die Physische Geographie (Geowissenschaften Kompakt). Nürnberg.

Zepp, H. (2008): Geomorphologie: Grundriss Allgemeine Geographie. 4. Aufl., Stuttgart.

Zöller, L. (2017): Die Physische Geographie Deutschlands. Darmstadt.

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