Fluviale Akkumulationsformen

Zu fluvialer Akkumulation kommt es, wenn die Schleppkraft eines Flusses nicht mehr ausreicht, das mitgeführte Material zu transportieren. Dazu kann es infolge einer Abnahme der Wassermenge oder der Fließgeschwindigkeit (z.B. durch geringeres Gefälle) kommen.

Schwemmfächer

Bei Schwemmfächern (Schwemmkegeln) handelt es sich „um dreieckige, halbkreis- oder fächerförmige Akkumulationskörper von fluvial transportiertem Lockermaterial.(Baumhauer et. al. 2017, S. 87)

Sie entstehen, wenn Flüsse mit hohem Gefälle in das größere Tal eines Vorfluters oder in ein flaches Gelände eintreten.

Schwemmfächer findet man vor allem in semiariden und polaren bzw. subpolaren Regionen sowie am Rand von Hochgebirgen.

AlluvialFanLakeLouiseBC.jpg
Ein Schwemmfächer in Alberta, Kanada
By Mark A. Wilson (Department of Geology, The College of Wooster). [1] (User:Wilson44691) – Own work, Public Domain, Link

Deltas

Deltas sind „verzweigte Flussmündungen mit unterschiedlichem Grundriss.(Baumhauer et. al. 2017, S. 87)

Es handelt sich um Anschwemmungsland, was bedeutet, dass ständig Material abgelagert wird. Dadurch kommt es zur Entstehung von Neuland an der Küste. Von Binnendeltas spricht man, wenn das Delta nicht an einem Meer, sondern an einem See liegt.

Im Prinzip ähnelt die Entstehung von Deltas der Entstehung von Schwemmfächern. Wenn Flüsse in ein Meer oder einen See münden, verliert er sein Gefälle, verringert dadurch seine Fließgeschwindigkeit auf fast Null und lagert seine komplette Geröllfracht ab. Die Schwebfracht kann dahingegen noch etwas weiter transportiert werden, wird dann jedoch auch abgelagert.

Eine Falschfarbendarstellung des Lena-Deltas in Russland
Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/1359784

Die heutigen Deltas sind etwa 7.000 bis 9.000 Jahre alt und entstanden durch den Meeresspiegelanstieg nach dem Ende der letzten Eiszeit. Binnendeltas können durchaus noch älter sein.

Man differenziert mehrere Arten von Deltas:

  • Spitzdelta: dreieckig bis keilförmig. Zum Beispiel die Mündung des Tiber, welche durch Meeresströmungen quer zur Küste ausgebildet ist
  • Flügeldelta: Grundriss mit nehrungsartigen Barren auf beiden Seiten der Mündung. Ein Beispiel ist das Delta des Ebro
  • Finger-/Vogelfußdelta: an einzelnen Mündungsarmen sind Landzungen fingerartig vorgebaut. Ursache hierfür ist eine große Flussfracht bei geringer Wirkung des Meeres. Zum Beispiel das Delta des Mississippi
  • Bogendelta: entwickelt sich aus einem Finger-/Vogelfußdelta, wenn Meeresströmungen kein weiteres Wachstum zulassen. Ein Beispiel ist das Delta des Niger

Zwischen den einzelnen Typen sind Übergangs- sowie Mischformen möglich, wie zum Beispiel beim komplexen Bogendelta des Nil.


Deltatypen
Bildquelle: https://www.geo.fu-berlin.de

Auelehm

Bei Auelehm handelt es sich um ein „geologisch junges, vielfach humushaltiges, durch fluviale Ablagerung entstandenes Sediment, das im weiter vom Fluss entfernten Überschwemmungsbereich der Talaue zur Ablagerung gelangt.(Baumhauer et. al. 2017, S. 90)

Auelehm besteht aus einem Gemisch aus Sand, Schluff und Ton und entspricht der Bodenart Lehm.

Auelehm findet man beispielsweise in den Talauen der deutschen Mittelgebirge vor, wo er Mächtigkeiten von bis zu mehren Metern erreicht.

Dammuferflüsse

Bei Dammuferflüssen handelt es sich um ein „Flüsse, die an beiden Ufern von einem Uferwall begleitet werden.(Baumhauer et. al. 2017, S. 90)

Die Uferwälle oder Flüssdämme entstehen durch anhaltende, natürliche Aufsedimentation.

Die Flussbettsohlen von Dammuferflüsse liegen teilweise sogar höher als die Umgebung, da durch anhaltende Akkumulation das Gerinnebett immer weiter aufgefüllt wird. Dazu kommt es bei sedimentreichen Tieflandsflüssen wie dem Po und dem Mississippi.

Ästuare

Im Gegensatz zu den durch fluviale Ablagerung als Deltas ausgebildeten Flussmündungen sind Ästuare durch Seitenerosion von Ebbe und Flut trichterförmig erweitere Flussmündungen im Gezeitenbereich von Flachküsten.“ (Baumhauer et. al. 2017, S. 90)

An Mündungen von Flachlandflüssen in Meere mit starken Gezeiten kommt es insbesondere zu trichterförmigen Erweiterungen der Mündung durch die Gezeiten. Beispiele hierfür sind die Weser-, Elbe- und Themsemündung.

Quellen

Zepp, H. (2008): Geomorphologie: Grundriss Allgemeine Geographie. 4. Aufl., Stuttgart.

Scholz, H. (2007): Grundlagen der Geologie für Studenten der Physischen Geographie. München.

Rainer Glawion, Rüdiger Glaser, Helmut Saurer, Michael Gaede, Markus Weiler (2009): Physische Geographie. 2. Aufl. Braunschweig.

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