Bodenarten – Definition, Unterteilung, Eigenschaften

Bodenart – Definition

„Verwitterung, Verlagerungs- und weitere Bodenbildungsprozesse führen zu einem Gemisch unterschiedlich großer, unregelmäßig geformter Bodenteilchen. Deren charakteristische Korngrößenverteilung bezeichnet man als BodenartGlawion et. al. 2009.

„Unter Textur (auch Bodenart) verstehen wir die Korngrößenzusammensetzung eines Bodens. Je nach Anteil an den Korngrößenklassen Sand, Schluff und Ton wird die Textur in Klassen eingeteilt.“ (Ludger 2018, S.156)

Bodenart – Unterteilung

Man unterscheidet die Korngrößenfraktionen Sand (S), Schluff (U) und Ton (T). Diese können weiter in grob, mittel und fein differenziert werden. Ton, Schluff und Sand gehören dem Feinboden an – zur Unterteilung des Grobbodens und der Aussagekraft des Skelettanteils.

  1. Sand (S) → Durchmesser 2000 – 63 µm (1 µm ≙ 0,001 mm)
  2. Schluff (U) → Durchmesser 63 – 2 µm (1 µm ≙ 0,001 mm)
  3. Ton (T) → Durchmesser < 2 µm (1 µm ≙ 0,001 mm)

Daneben spielt Lehm eine wichtige Rolle. Er bezeichnet eine Bodenart, in der alle drei Korngrößenfraktionen in mehr oder weniger gleichen Teilen vertreten sind.

Bodenarten – Eigenschaften

Sand

Sand weist eine gute Wasserführung, eine intensive Durchlüftung, gute Durchwurzelbarkeit und leichte Bearbeitbarkeit auf. Nachteilig wirkt sich das geringe Speichervermögen, die geringe Pufferkapazität und der geringe Nährstoffgehalt aus.

Sandböden sind daher leicht zu bearbeiten (Sandkasten) und verfügen über eine gute Durchlüftung. Ihr Speichervermögen für nutzbares Wasser ist aber sehr gering. Außerdem können sie Wärme kaum Speichern (Wüste wird in der Nacht sehr kalt). Das geringe Nährstoffbindungsvermögen sorgt für niedrige Nährstoffreserven.

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Bildquelle: Dushan Hanuska https://bit.ly/2tLZcUx

Schluff

Schluff weist eine mittlere Wasserführung, ein gutes Speichervermögen für pflanzenverfügbares Wasser und eine gute Durchwurzelbarkeit auf. Als mittel einzuschätzen sind die Durchlüftung, der Nährstoffgehalt, die Pufferkapazität und die Bearbeitbarkeit.

Lehm- und Schluffböden sind die ertragreichsten Böden, da sie über eine ausreichende Durchlüftung bei nicht zu dichter Lagerung verfügen. Außerdem ist ihre Wasserspeicherkapazität sowie die Nährstoffreserven als hoch anzusehen.

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Schluffboden in Uganda
Von BertramzEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Ton

Ton weist eine schlechte Wasserführung, eine schlechte Durchlüftung, eine schlechte Durchwurzelbarkeit und eine schwere Bearbeitbarkeit auf.  Das Speichervermögen, die Pufferkapazität und der Nährstoffgehalt sind als hoch anzuschätzen.

Tonböden verfügen daher über das höchste Porenvolumen, eine mäßige bis schlechte Durchlüftung und eine geringe Feldkapazität. Sie sind häufig vernässt, können aber sehr gut Nährstoffe binden.

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Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/3078

Bodenarten – Zusammenfassung

Das Video fasst alles Wissenswerte zu den Bodenarten gut zusammen:

Quellen

Herrmann, Ludger (2018): Bodenkunde Xpress. Stuttgart. 

Glawion, R., Glaser, R., Saurer, H., Gaede, M., Weiler, M. (2009): Physische Geographie. 2. Auflage. Seite 357 – 400. Braunschweig.

Semmel, A. (1992): Grundzüge der Bodengeographie. Wiesbaden.

Stahr, K., Kandeler, E., Herrmann, L., Streck, T. (2016): Bodenkunde und Standortlehre. 3. Auflage. Stuttgart.