Bodenbildende Faktoren

Bodenbildende Faktoren – Definition

„Bodenbildende Faktoren sind die treibende Kräfte hinter der Bodenentwicklung. Wir unterscheiden die Faktoren Klima, Organismen (Biota, einschließlich dem Menschen), Relief, Ausgangsmaterial (Lockersedimente sowie Festgesteine) und Zeit (Ludger 2018, S. 156).

Formel der Bodenbildungsfaktoren

Im 1941 erschienen Werk „Faktoren der Bodenbildung“ (Factors of soil formation) hielt Hans Jenny folgende Formel fest:

s = f (cl, o, r, p … t)

s = Boden(eigenschaft)
cl = Klima
o = Organismen
r = Relief 
p = Ausgangsmaterial 
t = Zeit 

Demnach ist der Boden bzw. die einzelne Bodeneigenschaft eine Funktion der bodenbildenden Faktoren Klima, Organismen, Relief, Ausgangsmaterial und Zeit.

Dabei muss man beachten, dass es zwischen den einzelnen Faktoren zu Wechselwirkungen kommen kann. So ändert sich mit der Höhe (d.h. dem Relief) das Klima und dadurch auch die Vegetation.

Faktor Klima

Das Klima wirkt über Niederschlag und Verdunstung, Temperatur, sowie Wind auf den Boden ein. So wirkt das eindringende Wasser bei der Veränderung und Neubildung von Stoffen mit und bildet somit das Transportmedium für Stoffverlagerungen in die Pedosphäre. 

Die Temperatur bestimmt die Transportrichtung mit. Normalerweise sickert das Wasser in tiefere Schichten ein. In Trockengebieten herrscht eine hohe Verdunstung vor. Das sorgt dafür, dass es im Boden zu aufsteigenden Wasserbewegungen kommen kann. 

Der Wind sorgt für Abtragungs-, Transport- und Sedimentationsvorgänge (Löss). 

Faktor Organismen

Zum Faktor Organismen zählen Pflanzen und Tiere sowie der Mensch

Die Vegetation schützt den Boden vor den atmosphärischen Einflüssen, gleicht den Gang der Temperatur aus und schützt vor Erosion. Jedoch entzieht sie dem Boden auch Nährstoffe. Die im Boden lebende Flora und Fauna baut die abgestorbene organische Streu ab (Remineralisierung)  bzw. baut sie um (Humifizierung). 

Bodentiere sorgen für die Durchmischung des Mineralbodens mit den mehr oder weniger humifizierten Rückständen der Biomasse (Bioturbation). 

Der Mensch wirkt direkt und indirekt auf den Bodenaufbau. Direkt wirkt er unter anderem durch Bearbeitungstechniken (z. B. Pflügen) oder Rodung und Anbau von Feldfrüchten, welche dem Boden Nährstoffe entziehen. Außerdem sorgt er durch den Anbau in Monokulturen, durch die Rodung von Waldflächen und eine allgemein falsche Bearbeitung von Ackerflächen unter anderem zu Bodenerosion, Kolluvien, Versalzung und Hydromorphierung. 

Wie der Anbau von Mais in Monokulturen auf die einheimischen Böden wirken kann: 

Indirekt wirkt der Mensch auf den Boden durch die Veränderung des Mikro- und Makroklimas, wozu es zu Temperaturveränderungen kommt, welche wiederum auf die Böden wirken. Außerdem manipuliert der Mensch die Bodenbildungsprozesse mit neuen Substraten wie z.B. Düngemitteln. 

Faktor Relief

Der Faktor Relief wirkt über über die Höhenlage, Strahlungsexposition sowie Warm- und Kaltluftbewegungen. Dies beeinflusst Faktoren wie Temperatur oder Niederschlagsmenge. 

Mit zunehmender Hangneigung steigt außerdem die Wirkung der Abtragung. 

Faktor Ausgangsmaterial

Das Ausgangsmaterial wirkt auf die Bodenentwicklung durch seine physikalische Beschaffenheit (Fest-, Lockergestein, Klüftung, Porosität, Korngröße) sowie seine mineralogische Zusammensetzung. Neben der Korngröße spielt die Inhomogenität der Gesteine bei der Verwitterung eine große Rolle, da inhomogenes Gestein in der Regel schneller verwittert. 

Faktor Zeit

Bei ausreichender Zeit erreicht der Boden seinen Klimax. Dieser bezeichnet den Endzustand der Bodenentwicklung, bei dem der Boden unter den ökozonalen und standortökologischen Bedingungen seinen „Reifezustand“ erreicht hat. 

Quellen

Herrmann, Ludger (2018): Bodenkunde Xpress. Stuttgart. 

Semmel, A. (1992): Grundzüge der Bodengeographie. Wiesbaden.

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