Humus – Definition, Eigenschaften, Formen

Humus – Definition

Den Hauptteil der organischen Fraktion des Bodens bildet Humus. Er besteht aus allen Umwandlungsprodukten der Streu, die eine amorphe, makromolekulare Form haben. Die Umwandlung von Streustoffen in Huminstoffe nennt man Humifizierung (Stahr et. al. 2016, S. 65).

Humus – Eigenschaften

Humus ist ein wichtiger Gefügebildner und für die charakteristische Braunfärbung des Oberbodens verantwortlich. Außerdem bestimmt er entscheidend den Wasser-, Luft- und Wärmehaushalt des Bodens, indem er das Wasserspeichervermögen sowie die Puffer- und Filterfunktion der Böden beeinflusst.

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Humusschicht in einer Schwarzerde
Von Wulf Grube, hochgeladen von AxelHH – Wulf Grube, CC BY-SA 3.0, Link

Als Lieferant vieler Pflanzenährstoffe ist Humus entscheidend für die Bodenfruchtbarkeit.

Sehr hoch sind die Humusauflagen in Steppen und dem borealen Nadelwald. Durch die hohen Humusgehalte werden die Böden der Trockenen Mittelbreiten auch als „Kornkammern der Erde“ bezeichnet. Sehr wenig Humus findet man dahingegen in den Tropen. Durch die Umweltbedingungen (hohe Temperaturen, viel Regen etc.) wird die Streu hier sehr schnell zersetzt.

Humus – Formen

Man unterscheidet in:

  • subhydrische Humusformen (hydromorphe Humusform): entstehen am Grund von Gewässern; z.B. Gyttia
  • semiterrestrische Humusformen (hydromorphe Humusform): entstehen unter Einfluss von Wasser; z.B. Hochmoortorf
  • terrestrische Humusformen: entstehen unter aeroben Bedingungen –  z.B. Mull, Moder und Rohhumus

Unter günstigen Bedingungen, also guter Durchlüftung, Feuchtigkeit, hohem Nährstoffgehalt und leicht zersetzbarem Bestandsabfall bildet sich Mull. Mull weißt mittlere pH-Werte sowie ein enges Kohlenstoff-/Stickstoffverhältnis auf. Es handelt sich also um Humus der besten Qualität. Insbesondere Schwarzerden weisen hohe Anteile an Mull auf.

Unter ungünstigen Bedingungen, also schlechterer Durchlüftung und einem nährstoffärmeren, schwer zersetzbarem Bestandabfällen, kann sich Moder entwickeln. Er hat einen niedrigeren pH-Wert und ein höheres Kohlenstoff-/Stickstoffverhältnis als Mull. Moder kommt insbesondere in Braunerden vor.

Bei sehr schlechten Bedingungen entsteht Rohhumus. Hier findet keine Durchmischung im Mineralboden statt. Außerdem ist er sehr sauer (pH-Wert von ca. 3) und ein weites Kohlenstoff/Stickstoffverhältnis. Er tritt in Podsolen auf.

Humusarten
Bildquelle: https://hypersoil.uni-muenster.de/

Humus – Auswirkungen auf Boden und Klima

Humus bestimmt wesentlich den Ertrag der Ernte. Außerdem verhindert er Überschwemmungen,  bindet Kohlenstoffdioxid und hat somit auch Auswirkungen auf das Klima. Mehr Informationen dazu in diesem Artikel:

Quellen

Semmel, A. (1992): Grundzüge der Bodengeographie. Wiesbaden.

Stahr, K., Kandeler, E., Herrmann, L., Streck, T. (2016): Bodenkunde und Standortlehre. 3. Auflage. Stuttgart.

https://hypersoil.uni-muenster.de

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