Adsorptionswasser

Im Gegensatz zu dem auch zum Haftwasser zählenden Kapillarwasser ist das Adsorptionswasser nicht an Kapillaren festgehalten, sondern an Oberflächen fester Bodenpartikel, ohne dass Menisken gebildet werden.

Es steht unter der Wirkung von Adsorptionskräften und osmotischen Kräften. Adsorptionskräfte zwischen der Festsubstanz und den Wassermolekülen umfassen die Van der Waals-Kräfte, die nur über kurze Entfernungen wirken, und die H-Bindungen zwischen den Sauerstoffatomen der festen Oberfläche und den Wassermolekülen. Außerdem schließen sie die Kräfte unter der Einwirkung des elektrostatischen Feldes ein, vor allem der Gegenionen, die über längere Entfernungen wirken. In diesem Feld werden die Wasserdipole ausgerichtet und angezogen. Die Bindung zwischen den absorbierten Wassermolekülen erfolgt über H-Brücken.

Die Menge des Adsorptionswassers in Böden nimmt mit steigendem relativen Wasserdampfdruck der Luft zu. „Lufttrockene“ Böden enthalten jedoch auch noch Wasser, desto mehr, je höher der relative Wasserdampfdruck der umgebenden Luft ist. Böden, die weniger Wasser enthalten als diesem Gleichgewicht entspricht, nehmen Wasser aus der Luft auf. In diesem Bereich sind sie hygroskopisch und das aufgenommene Adsorptionswasser wird dementsprechend als hygroskopisches Wasser bezeichnet.

Quelle

Scheffer, F., Schachtschabel P. (2010): Lehrbuch der Bodenkunde. 16. Aufl., Heidelberg.

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