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Wie Gentrifizierung und Klimawandel die Rattenplage in New York begünstigen

New York hat ein Rattenproblem: laut einer Studie der Columbia University gibt es in New York etwa zwei Millionen Ratten.¹ Zwischen 2010 und 2017 stieg die Zahl der gemeldeten Rattensichtungen um 63 % an.² Die Stadt versucht der Plage mit Trockeneis und neuen Abfalltonnen zu begegnen – bisher ohne Erfolg. Dabei tragen die Gentrifizierung in weiten Teilen New Yorks sowie der Klimawandel erheblich zur Ausbreitung der Ratten bei.

Im Folgenden sollen daher zwei Fragen beantwortet werden:

  • wie trägt Gentrifizierung zur Rattenplage bei?
  • welche Rolle spielt der Klimawandel bei der Ausbreitung der Ratten in New York?
Graffiti in SoHo
Bildquelle: https://www.popsci.com/

Der Zusammenhang von Gentrifizierung und Ratten

Beispiele für Gentrifizierungsprojekte in New York gibt es zahlreiche: Brooklyn Heights, Bushwick, Williamsburg oder SoHo. Die Liste ist lang und vorerst ist kein Ende von ambitionierten Bauprojekten in ehemals einkommensschwachen Stadtvierteln New York abzusehen.

Doch neben der Verdrängung der alteingesessenen Bevölkerung bringt die Gentrifizierung noch eine weitere schwerwiegende Folge mit sich: Experten sind sich sicher, dass durch den Bauboom Rattenbauten freigelegt werden. Die Nagetiere werden dadurch ins Offene getrieben und vermehrt gesichtet.³

Die meisten Rattensichtungen werden in der Upper West Side gemeldet, gefolgt von Prospect Heights, Bedford-Stuyvesant sowie Bushwick und Ocean Hill. Bei letzteren vier handelt es sich um Viertel in Brooklyn, welche allesamt Gentrifizierungsprozessen unterworfen sind.

Jedoch sind hierbei auch Bedenken an der Methode angebracht: es ist möglich, dass nicht wirklich mehr Ratten auf den Straßen und in den Kellern zu sehen sind, sondern dass sich die neu zugezogene Bevölkerung stärker daran stört und die Ratten (per Telefonanruf) häufiger meldet.

Die Rolle des Klimawandels

Im Winter pflanzen sich Ratten aufgrund der kälteren Temperaturen weniger fort als in den wärmeren Monaten. Der Unterschied dabei ist erheblich und beträgt ungefähr 10 Jungtiere pro weiblicher Ratte.⁴

Mit milderen Wintern sinkt nun diese Differenz: die Tiere vermehren sich nahezu so stark wie im Rest des Jahres. Noch nie wurden in einem Februar so viele Rattensichtungen gemeldet wie im Februar 2017. 1.494 an der Zahl. In jenem Februar lag die durchschnittliche Monatstemperatur bei 5,6°C – gegenüber dem historischen Durchschnitt von 1,7°C.⁵

Fazit

Derzeit scheint es unwahrscheinlich, dass die New York den „war on rats“ gewinnen kann. Die Zahl der Ratten wird weiter steigen. Pizza-Rat wurde 2015 zum Internet-Star – wer weiß, mit wie vielen Artgenossen sie sich in ein paar Jahren die Pizza wird teilen müssen?

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Quellen

¹ https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/new-york-kaempft-mit-trockeneis-gegen-ratten-a-1214762.html

² https://towardsdatascience.com/rat-city-visualizing-new-york-citys-rat-problem-f7aabd6900b2

³ https://www.nytimes.com/2019/05/22/nyregion/rat-infestation-nyc.html?smid=fb-nytimes&smtyp=cur&fbclid=IwAR0MzXO8g8kJNgLz0-rFMlvo_fZlQ2mp7xhQFAm4G4uqv8VrRCcgVVDcaIU

https://www.theguardian.com/us-news/2018/dec/21/new-york-rat-crisis-climate-change

https://www.popsci.com/warmer-winter-nyc-rats-thrive#page-4

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