Plattentektonik – Plattengrenzen

Es gibt drei Arten von Plattengrenzen: Divergente, konvergente und transforme Plattengrenzen.

Plattengrenzen.png
Von USGS/USGov, modified by Eurico Zimbres, and the uploader – Image:Tectonic plate boundaries clean.png, Gemeinfrei, Link

Plattengrenzen – Übersicht

Eine detaillierte Beschreibung zu den einzelnen Plattengrenzen findet ihr weiter unten.

Divergente Plattengrenzen

Bewegen sich zwei Platten voneinander weg, spricht man von divergenten (auch: divergierenden) Plattengrenzen (Baumhauer et. al. 2017, S. 23).

Hier zu kommt es, wenn im Zuge der Dehnung von ozeanischer und kontinentaler Lithosphäre diese an Schwächezonen aufreißt. Zwischen den auseinander driftenden Plattenstücken bildet sich aus Material der Asthenosphäre ständig neue Kruste. Diese Art der Plattengrenze wird daher als konstruktive Plattengrenze bezeichnet. Hier findet Sea Floor Spreading statt.

Dort, wo kontinentale Kruste auseinanderbricht, entsteht ein Grabenbruch.

Wo sich dagegen ozeanische Krustenstücke voneinander wegbewegen, wachsen am Meeresboden Gebirge: die Mittelozeanischen Rücken. Beispiel für letzteren ist der Mittelatlantischen Rücken, der im Bereich von Island sogar teilweise über den Meeresspiegel hinausragt.

Konvergente Plattengrenzen

Konvergente (auch: konvergierende) Plattenränder treten dann auf, wenn sich zwei Platten aufeinander zu bewegen (Baumhauer et. al. 2017, S. 24).

Wie das Aufeinandertreffen der Platten verläuft, kommt darauf an, welche Platten beteiligt sind. Da bei konvergenten Plattengrenzen immer Lithosphärenmaterial der abtauchenden Platte zerstört wird, spricht man von destruktiven Plattengrenzen.

Konvergenz von kontinentaler und ozeanischer Platte

Aufgrund der höheren Dichte der ozeanischen Platte taucht diese in der Regel unter die kontinentale Platte in den Erdmantel ab. Man spricht von Subduktion. Hier wird dann Lithosphärenmaterial der abtauchenden Platte aufgeschmolzen.

Die Winkel, in welchen sich die eine Platte unter die andere schiebt, können erheblich variieren. Die Pazifische Platte taucht bei den Marianen-Inseln beispielsweise in einem Winkel von nahezu 90 Grad unter die Philippinische Platte. An der Westküste Südamerikas treten dahingegen Subduktionswinkel von nur 1 Grad auf. Hierbei wirkt sich das Alter der Platte auf den Winkel aus (je älter, desto höher ist die Dichte).

Subduktionszonen gliedern sich in: Tiefseerinne (trench), Fore Arc, Magmatischer Bogen (Arc), sowie Back Arc.

Volcanic Arc System SVG.svg
Von MagentaGreenEigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Link

Bei der Tiefseerinne handelt es sich um eine Eintiefung der Küste des Kontinents (bzw. Inselbogens), unter den die ozeanische Kruste subduziert ist. Zwischen Tiefseerinne und Arc liegt der Fore Arc. Der Magmatische Bogen markiert die Hauptzone der magmatischen Aktivität und ist daher geprägt durch Vulkanismus und Plutonismus. Zum Platteninneren anschließend befindet sich der Back Arc.

Kennzeichnend für Subduktionszonen sind hohe seismische und vulkanische Aktivitäten.

Ozean-Kontinent Kollisionen findet man beispielsweise an der Westküste Südamerikas, wo die Nazca-Platte unter die Südamerikanische Platte abtauchte. Vor der Küste findet man die Atacama-Tiefseerinne und auf dem Kontinent schließt sich das Faltengebirge der Anden mit Vulkanen und einer starken seismischen Aktivität an.

Konvergenz zweier kontinentaler Platten

Trefen zwei kontinentale Platten aufeinander, schiebt sich keine Platte unter die andere, sondern sie treffen frontal aufeinander. Man spricht von einer Kollision. Bei der Kollision zweier kontinentaler Platten kann es zu mächtigen Krustenverdickungen kommen. Das Himalaya-Gebirge ging aus solch einer Kollision hervor.

Konvergenz zweier ozeanischer Platten

Bei der Kollision zweier ozeanischer Platten wird in der Regel eine ozeanische Kruste unter die andere ozeanische Kruste subduziert. Es entstehen häufig vulkanische Inselbögen, wie zum Beispiel bei Japan. Diese Zonen zeichnen sich ebenfalls durch eine hohe seismische Aktivität aus. In der Realität ist das Aufeinandertreffen von zwei ozeanischen Platten sehr selten.

Transforme Plattengrenzen

Bei Transformstörungen bewegen sich die Platten aneinander vorbei, ohne dass Lithosphäre gebildet oder zerstört wird. In diesem Fall spricht man von konservativen Plattenrändern.“ (Baumhauer et. al. 2017, S. 26).

An transformen Plattengrenzen sind Erdbeben häufig. Aufgrund der stetigen Reibung nimmt die Scherspannung so lange zu, bis der Reibungswiderstand überwunden wird und ein Bruch erfolgt. In der Folge wird die lang aufgebaute Spannung in kurzer Zeit in Form seismischer Wellen freigesetzt.

Ein Beispiel hierfür ist die San-Andreas-Spalte (auch San-Andreas-Verwerfung genannt) in Kalifornien, wo die Nordamerikanische und Pazifische Platte aneinander vorbei gleiten.

San Andreas Fault Map.gif
Von USGS – http://pubs.usgs.gov/gip/earthq3/where.html, Gemeinfrei, Link

Wie sich das Thema Transforme Plattengrenzen im Erkdundeunterricht mit Hilfe von Augmented Reality vermitteln lässt, erfahrt ihr unter: http://geohilfe.de/augmented-reality-im-erdkundeunterricht-nutzen/

Divergente, konvergente und transforme Plattengrenzen – Video

Quellen

Roland Baumhauer, Brigitta Schütt, Steffen Möller, Christof Kneisel, Elisabeth Tressel (2017): Einführung in die Physische Geographie (Geowissenschaften Kompakt). Nürnberg. 

https://www.planet-schule.de/mm/die-erde/Barrierefrei/pages/Wo_Platten_auseinander_weichen.html

https://nanopdf.com/download/abschnitt-9-endogene-geodynamische-prozesse_pdf

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