Vegetation im Mittelmeerraum – Anpassung an Sommerdürre

Sklerophyllie (Hartblättrigkeit)

Im Gegensatz zu den Sommerfeuchten Tropen und den subtropischen Sommerregengebieten sind in den mediterranen Regionen immergrüne Baum- und Straucharten dominant, deren mehrjährige Blätter durch sklerenchymatische Aussteifungen relativ dick, steif oder ledrig sind und selbst bei großen Wasserverlusten nicht welken. Sklerophyllie (Hartblättrigkeit) gilt als ein Musterbeispiel für umweltbedingte Konvergenz, die unter den Bedingungen von Dürestress und hoher Sonneneinstrahlung im Mittelmeerraum auftritt. Darüber hinaus stellt sie sich als Folge von Stickstoffmangel ein, wie er ebenfalls in vielen mediterranen Böden vorkommt.

Sklerophylle Blätter haben zum Beispiel verdickte Epidermisaußenwände, glänzende Wachsüberzüge, Behaarungen, engständige Aderungen und niedrige Porenareale.

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Bei den Blättern des Olivenbaums handelt es sich um sklerophylle Blätter
Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/721808

Saisonaler Dimorphismus

Anstelle der Sklerophyllie zeigen manche Arten einen saisonalen Dimorphismus als Anpassung an den sommerlichen Dürrestress. Dabei werden die regenzeitlich eher mesomorphen (d.h. ohnebesondere Baueigenschaften für den Wasser- und Gashaushalt) Blätter trockenzeitlich durch eine meist geringere Zahl an xeromorphen (d.h. besonders wassersparende) Blättern ersetzt.

Dadurch wird eine Reduzierung der Transpiration erreicht, was jedoch auf Kosten des Wachstums geht. Saisonalen Dimorphismus findet man besonders bei niederwüchsigen Straucharten der Garrigue (Schultz 2008, S. 233).

Quelle

Schultz, J.(2008): Die Ökozonen der Erde. 4. Aufl., Stuttgart.

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