Die Immerfeuchten Subtropen

Die Immerfeuchten Subtropen umfassen eine Fläche von 6,0 Mio. km², was einem Anteil von 4,0 % am gesamten Festland der Erde entspricht. Ihre Verbreitung ist ähnlich fragmentiert wie die der Winterfeuchten Subtropen.
Die Ausführungen hier geben nur einen Überblick über die einzelnen Charakteristika der Ökozone. Detaillierte Informationen zu den Ökozonen gibt es im Standardwerk von Jürgen Schultz: Die Ökozonen der Erde (UTB).

Die Immerfeuchten Subtropen – Verbreitung

Die Immerfeuchten Subtropen verteilen sich auf fünf Kontinente. Sie liegen dort auf einer Breite zwischen 25 und 35 Grad und sind ausschließlich auf den Ostseiten der Festlandmassen zu finden. Unter anderem die US-Staaten Florida und Luisiana, der östliche Teil Australiens 🇦🇺 sowie das östliche Argentinien 🇦🇷 befinden sich in der Ökozone.

Ausbreitung der Immerfeuchten Subtropen
Bild wurde nachträglich bearbeitet (Hervorhebung); Originale Bildquelle: Von Ökologix – Eigenes Werk, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=19879991

Die Abgrenzung zu den Tropen erfolgt anhand der Frost- bzw. Wärmemangelgrenze. Zu den Feuchten Mittelbreiten können die Immerfeuchten Subtropen thermisch abgegrenzt werden: die Minimaltemperatur liegt über 5°C, die Durchschnittstemperatur liegt über 18°C in mindestens vier Monaten. Die Abgrenzung zu den Trockenen Mittelbreiten und Subtropen erfolgt hygrisch – in den Immerfeuchten Subtropen sind mindestens fünf Monate humid.

Die Immerfeuchten Subtropen – Klima

In den Immerfeuchten Subtropen fallen die Niederschläge ganzjährig – es gibt also keine Trockenzeiten.  Die Niederschlagsmenge ist in den küstennahen Gebieten am höchsten.  In den küstenfernen Grenzgebieten können die Niederschläge so weit abfallen, dass für einige Wintermonate subhumide Bedingungen auftreten. Das Niederschlagsmaximum liegt in den Sommermonaten und ist auf den Südost-Monsun zurückzuführen.

Die Durchschnittstemperatur liegt in mindestens vier Monaten bei 18°C. Auch im kältesten Monat unterschreitet die Temperatur (mit Ausnahme weniger kontinentaler Gebiete)  nicht 5°C. In den Wintermonaten (fünf bis sieben Monate) können leichte Fröste auftreten.

Das Klimadiagramm von New Orleans (Louisiana, USA 🇺🇸) zeigt einen ganzjährig ausgeprägten, humiden Verlauf. Die Niederschläge sind konstant hoch und haben ein leichtes Maximum in den Sommermonaten. Im Winter sind die Temperaturen deutlich niedriger.

Klimadiagramm von New Orleans
Quelle: https://de.climate-data.org/location/558/

Queenstown liegt im Inneren von Südafrika 🇿🇦 und liegt damit im Übergangsgebiet zu den Tropisch/subtropischen Trockengebieten. Die Sommermonate (November, Dezember usw., da Südhalbkugel) sind humid. Die Wintermonate sind subhumid.

Klimadiagramm von Queenstown, Südafrika 🇿🇦
Quelle: https://de.climate-data.org/location/12783/

Die Immerfeuchten Subtropen – Geomorphologie und Hyrdologie

Bei den Immerfeuchten Subtropen handelt es sich nicht um eine eigenständige morphodynamische Zone. Es kommt zu tiefgründiger chemischer Verwitterung.

Der Abfluss ist meistens perennierend, die Flüsse führen also immer Wasser. Sie werden aber durch den Monsun beeinflusst. Wirbelstürme (Hurricans bzw. Taifune) können Überflutungen verursachen.

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Überschwemmungen im Zuge von Hurricans, wie hier in Florida, kommen in den Immerfeuchten Subtropen häufiger vor.
Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/1355448

Die Immerfeuchten Subtropen – Böden

Der zonale Bodentyp der Immerfeuchten Subtropen ist der Alisol und der Acrisol. Der Bt-Horizont der Acrisole ist durch Lessivierung entstanden und stark sauer. Die Basensättigung liegt bei unter 50 Prozent. Aufgrund der Basenarmut wächst die Bedeutung der Streu bzw. der Humifizierung zur Nährstoffbereitstellung.

Die Böden sind ganzjährig feucht, stehen aber unter dem thermischen Einfluss  der Jahreszeiten. Die Bodenbildungsprozesse sind denen der Immerfeuchten Tropen ähnlich: Lessivierungs– und Entbasungsprozesse dominieren durch die hygrischen Bedingungen.

Die Böden sind meist anfälliger für Erosionen als die der feuchten Tropen. Infolge von Hurricans und Taifunen kann es durch die hohen Windstärken und Regenmengen in Küstennähe zu großen Schäden durch Bodenabtrag, Überschwemmung und Sturm kommen: im September 2017 traf der Hurricane Irma mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 km/h auf die karibischen Inseln und das Festland der USA 🇺🇸. Der Hurricane richtete verheerende Verwüstungen an und forderte mindestens 76 Todesopfer. Von Bord der ISS sah der Hurricane so aus:

Die Immerfeuchten Subtropen – Vegetation

Die natürlichen Wälder sind kaum noch vorhanden und wurden durch Kulturland ersetzt. Früher standen in den küstennahen, regenreichen Gebieten üppige, mehrschichtige Regenwälder oder halbimmergrüne Feuchtwälder bzw. Lorbeerwälder.

Verbreitet sind auch Sumpfebenen (z.B. die Everglades) und Hochgrasfluren (z.B. die ostargentinische Pampa)

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Sumpflandschaften (hier die Everglades) sind typisch für die Immerfeuchten Subtropen und werden unter anderem von Reptilien bewohnt
Bildquelle: https://pxhere.com/de/photo/1009778

Die Vegetationsperiode ist ganzjährig, sie kann aber infolge von Temperaturtiefwerten im Winter und Trockenheit im Sommer für maximal sieben Monate eingeschränkt sein.

Die Immerfeuchten Subtropen – Tiere

Die Tierwelt der Immerfeuchten Subtropen weist keine zonalen Besonderheiten auf. Teilweise ist die Fauna an spezielle Lebensbedingungen angepasst, wie Alligatoren und Flamingos.

Die Immerfeuchten Subtropen – Nutzung und Ressourcen

Die Immerfeuchten Subtropen sind dicht besiedelt und eine der am weitesten wirtschaftlich entwickelten Regionen auf der Erde.

Die Landwirtschaft profitiert von tropisch-warmen Sommertemperaturen und hohen Niederschlagsmengen. Die vorherrschenden Nutzpflanzen sind: Sorghum, Erdnüsse, Reis, Soja, Sesam, Süßkartoffeln, Baumwolle sowie Tabak. In den ganzjährig feuchten und wintermilden Gebieten findet man auch Dauerkulturen wie Tee und Citrus.

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An der Ostküste von Australien 🇦🇺 ist der Anbau von Zuckerrüben weit verbreitet. Insbesondere die Region um Bundaberg, Queensland ist ein Schwerpunkt der Zuckerproduktion und -verarbeitung.
Bildquelle: Maximilian Zerrle 2017

Der Anbau erfolgt dabei in spezialisierten Großbetrieben, in welchen aufwendiger Maschineneinsatz für eine hohe Produktivität sorgt. Eine Ausnahme stellt das chinesische Teilgebiet dar. Hier findet in Kleinbetrieben der Anbau von Nassreis statt.

Quelle

Schultz, J. (2016): Die Ökozonen der Erde. Stuttgart (UTB). 

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