Siedlungsnamen aus dem Slawischen

Dominanz der slawischen Siedlungsnamen in Ostdeutschland

Anders als bei den keltischen und römischen Siedlungsnamen treten Ortsnamen mit slawischen Ursprüngen fast ausschließlich im Ostdeutschen Raum auf, da dort im 5. und  6. Jahrhundert weite Räume durch die Slawen besetzt waren. Die slawische Bevölkerung gehörte zwei Sprachgruppen an. So sprachen die „Obotriten“ Altpolabisch und die „Liutizen“ Altsorbisch.

Später kamen deutsche Einwanderer in die Gebiete, welche die Ortsnamen übernahmen und eindeutschten. Dadurch entstanden eingedeutschte Ortsnamen auf „-itz“ aus slawischen Namen, die das Suffix „-ica“ trugen. Das sieht man am Beispiel der slawischen Stadt „Kamenica“ („der Steinige“). Aus ihr geht das heutige Chemnitz vor.

Auch Stellenbezeichnungen können im Slawischen Einfluss auf die Wahl eines Siedlungsnamens gehabt haben. Als Beispiel kann man hier Rostock nennen, das an einer Wassergabelung (altpolab. „rostok“) gegründet wurde (vgl. Berger 1999, S. 19/20).       

Die Wassergabelung, nach der Rostock bennant ist, ist auch heute noch klar sichtbar
Bildquelle: http://rathaus.rostock.de (Fotoagentur nordlicht)

Quelle

Berger, D. (1999): Geographische Namen in Deutschland. 2. überarb. Aufl., Mannheim.

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